Große Fahrt 2003 // Donau – Aschach bis Ybbs
Tourreport von B.L. / Juli 2003 – Impressionen zur Tour 2003
Viele unserer bisherigen Touren haben wir schon auf der Donau unternommen, sowohl oberhalb als auch unterhalb von Aschach, nie jedoch sind wir direkt von unserem Vereinsstandort weggefahren. Deshalb hatten wir für die heurige Tour beschlossen, direkt von unserer Vereinshütte in Aschach aufzubrechen, was uns auch den üblichen Bootstransport am Beginn der Reise ersparte.
Aus unserm Logbuch:
Bootsbesatzungen:
Gerhard, Daniel
Claus, Teddy
Robert, Harald
Heinz, Max
Fred, Bernd
Tag 1: von Aschach bis Linz (Steyregg)
Am Abend vor der Abfahrt stimmten wir uns noch mit einer ‚Abenteuer-Grillerei’ bei der Vereinshütte auf die bevorstehende Tour ein. Zur ursprünglichen Idee, gleich in der Vereinshütte zu übernachten, konnten sich schließlich nur drei Kameraden durchringen, die anderen bevorzugten die letzte Nacht im eigenen Bett zu verbringen.
Nachdem sich am nächsten Morgen die gesamte Mannschaft bei der Bootshütte eingefunden hatte und unsere Ausrüstung in den Booten verstaut war, begannen wir bei strahlendem Sonnenschein die Große Fahrt 2003 direkt bei der Einstiegsstelle unterhalb unserer Vereinshütte.
Die Fließgeschwindigkeit der Donau gleich nach dem Kraftwerk Aschach ließ den Tag ohne große Kraftanstrengung beginnen, nach einigen Kilometern machte sich jedoch das bevorstehende Kraftwerk Ottensheim bzw. dessen Stausee bemerkbar und wir mussten uns vermehrt in die Riemen legen.
Beim Kraftwerk Ottensheim wurden wir gemeinsam mit bzw. neben Verbundschiff ‚Linz’ durchgeschleust, was bei manchem aufgrund des Größenunterschiedes wohl ein leichtes Gefühl der Unbehaglichkeit ausgelöst hat. Nach dem Schleusen empfing uns ein herrlicher Ausblick auf das Schloss Ottensheim und dem dahinterliegenden Mühlviertel.
An einer Sandbank am linken Donauufer machten wir eine kurze Rast und entdeckten dabei eine Stelle die sich beim Begehen so verhielt, als würde man auf einem Wasserbett gehen. Diese ‚Wampe’ (der Name war schnell gefunden) trug für kurze Zeit sehr zur Belustigung der gesamten Mannschaft bei (Tanz auf der Wampe).
Nach diesem Erlebnis ging es dank der nun wieder höheren Fließgeschwindigkeit der Donau flott und ohne große Anstrengung weiter. Da wir sehr gut in der Zeit lagen, die Sonne vom Himmel brannte und ein bisschen Kultur nie schadet, sind wir beim Linzer Kunstmuseum Lentos an Land gegangen und haben auf der dortigen Sonnenterasse unseren Energieverlust in Form eines kühlen Hopfengebräus ausgeglichen.
Im Anschluss machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Lagerplatz für die erste Nacht, welchen wir bei Steyregg fanden. Mit einem Kesselgulasch und einem Fässchen Bier ließen wir den ersten Tag ausklingen.
Tag 2: von Steyregg bis Nähe Straß
Nach einem kräftigen Frühstück ging es weiter Richtung Asten. Nachdem wir auch das Kraftwerk Asten durch Schleusen überwunden hatten, ging es ohne große Anstrengung auf der nun schnell fließenden Donau weiter was wir gleich für eine Bootsjause nutzten. Da es ein sehr heißer Tag war, nutzten wir einen abgelegenen Schotterstrand für ein erfrischendes Bad, welches wir in Mauthausen mit einem kühlen Weißbier komplettierten.
Bei der Weiterfahrt nutzten wir den aufkommenden Rückenwind und bastelten uns in bewährter Form mit ein paar Paddeln und einer Plane ein Segel, welches unsere Boote im Verbund die Donau hinabtrug.
Ungefähr 10 km unterhalb von Mauthausen fanden wir auf einer Wiese neben einem Campingplatz einen idealen Lagerplatz. Während einige von uns mit Zeltaufbau und Kochen beschäftigt waren, gaben andere den anwesenden Ortsansässigen Jugendlichen einen Einführungskurs im Canadierfahren (inkl. korrektem Kentern) oder probierten sich im Bojen-Rodeo.
Gleich neben uns schlug eine deutsche Familie, die mit dem Fahrrad unterwegs waren, ihr Zelt auf. Schnell waren erste Kontakte geknüpft und so wurde nach dem Abendessen gemeinsam bis in die Tiefe Nacht gefeiert wobei auch diverse Lieder zum Besten gegeben wurden. Hier kamen uns unsere Liedgut-Erfahrungen von der letzten Tour im Schwabenland zugute (auf der schwäbschen Eisebahne…).
Tag 3: von Nähe Straß bis Grein
Nach einem sehr ruhigen Frühstück und dem Abschied von unserer deutschen Reisebekannschaft ging es ein kurzes Stück weiter auf der Donau bis wir in den parallel verlaufende Hüttinger Altarm übersetzten. Hier schlug das Mückenstich-Herz sofort höher, nicht nur wegen der Anstrengung beim Übersetzen der Boote sondern vor allem wegen der wilden Au-Romantik des Hüttinger Altarm.
Hier war wieder geschicktes Manövrieren der Boote gefragt. Das Überwinden von querliegenden Baumstämmen, nicht befahrbaren Untiefen, dichtes, über Wasser hängendes Gestrüpp und sonstige Hindernisse sorgten für eine abwechslungsreiche Fahrt. Unbefahrbaren Passagen wie Flusseinfassungen durch Rohre machten auch ein mehrfaches Übersetzen nötig.
Hier kam unweigerlich das Gefühl auf, dass vor uns noch niemand diesen Abschnitt mit einem Boot bezwungen hat. Bei der Einmündung des Hüttinger Altarms in die Donau erwartete uns noch eine Kunstinstallation mitten im Wasser welche sogar mit dem Boot durchfahren werden konnte.
Wieder auf der Donau unterstützte uns die stärkere Strömung des Kraftwerks Wallsee-Mitterkirchen, welches wir durch unseren Umweg über den Hüttinger Altarm hinter uns gelassen hatten und so gelangten wir schließlich nach Grein, wo wir beschlossen die Nacht zu verbringen.
Der Tag klang mit der Einkehr in einer Gaststätte mit obligatorischem Cordon-Bleu und Weißbier und anschließendem kurzen Besuch des zufällig gerade stattfindenden Stadtfestes aus.
Tag 4: von Grein bis Sarmingstein
Nach der Abfahrt von Grein kamen wir nach ca. 7 km zum kleinen, direkt an der Donau gelegenen Ort Sarmingstein. Da dort gerade, wie unschwer am Klang einer Blaskapelle zu erkennen war, ein Frühschoppen stattfand, beschlossen wir, uns die Sache näher anzuschauen.
Dies geschah natürlich hauptsächlich aufgrund unserer selbst auferlegten Pflicht, mit den jeweiligen einheimischen Volksgruppen in engeren Kontakt zu treten, was ja im Umfeld eines Frühschoppen erheblich leichter fällt, da hier sehr viele Einwohner am gleichen Ort anzutreffen sind.
Nachdem bei unserem Eintreffen der Vormittag schon stark fortgeschritten war, beschlossen einige von uns sich zur Stärkung ein Grillhähnchen zu bestellen, welches wir allerdings nie bekommen haben. Ein Aufsuchen des Grillmeisters unsererseits zeigte diesen in einem Besorgnis erregend illuminierten Zustand, gerade im Begriff das Handtuch zu werfen und sich selbst ins Getümmel der Feierlichkeiten zu begeben. Diesem Umstand haben, nach Betrachtung des hygienischen Umfelds, wahrscheinlich einige Kameraden ihr Leben zu verdanken.
So mischten wir uns selbst unters Volk und lernten dabei auch den Herrn Nikolaus höchstpersönlich kennen, der, wie könnte es auch anders sein, vom Nachbarort St. Nikola stammt. Und jetzt wissen wir auch, was der Herr Nikolaus im Sommer (also praktisch im Urlaub) macht – er spielt Posaune in der hiesigen Blasmusikkapelle. Als begnadeter Posaunist versuchte er sogar, einigen von uns das Spielen beizubringen, allerdings ohne Erfolg.
Der bereits stark fortgeschrittene Nachmittag und auch der allgemeine, nicht mehr ganz seetüchtige Zustand der Kameraden ließ uns den Entschluss fassen, uns nicht mehr den Gefahren einer Bootsfahrt zu stellen, sondern das freundliche Angebot eines ortsansässigen älteren Ehepaars anzunehmen und die Nacht in deren normalerweise an Touristen vermietete Zimmer zu verbringen.
Auch wenn wir an diesem Tag die geplante Strecke nur ansatzweise bewältigt haben, dafür aber der Stand der Bordkassa unserer tatsächlichen Fahrt bereits einige Tage voraus war, wird dieser Tag uns und ich denke auch den Einwohnern von St. Nikola in (positiver) Erinnerung bleiben.
Tag 5: von Sarmingstein bis Ybbs
Nach einem (nicht all zu frühen) Erwachen erwartete uns bereits ein feudales Frühstück, welches uns den richtigen Start für den kommenden Tag gab. Beim Verstauen unserer Ausrüstung in den Booten waren bereits wieder einige Schaulustige zugegen, die unseren Aktivitäten mit Neugierde beiwohnten und uns herzlich verabschiedeten.
Wieder auf der Donau ließ schon bald die eher träge Fließgeschwindigkeit das kommende Kraftwerk Ybbs erahnen, trotzdem bewältigten wir einen Großteil der Strecke im Bootsverbund, was vermutlich auch im gestrigen Tag begründet lag.
Beim Kraftwerk Ybbs ergab sich für uns leider keine Möglichkeit für eine Durchschleusung, weshalb wir jedes Boot mit Hilfe der vorhandenen Bootswagen zur extrem steilen Einsetzstelle nach dem Kraftwerk transportierten und dort wieder einsetzten.
Nach dem Kraftwerk fuhren wir noch die wenigen Kilometer bis zum Ortsende von Ybbs wo wir unsere Große Fahrt 2003 beendeten.
Resümee:
Auch wenn wir bei dieser Fahrt nicht so weit gekommen sind wie ursprünglich geplant, war es doch eine Fahrt mit vielen Highlights welche sicher noch oft zur Sprache kommen werden. Auch das Wetter war uns in diesem Jahr wieder einmal wohlgesonnen.
