Große Fahrt 1997 // Donau – Pupping bis Melk
Tourreport von Gerhard Hannerer / Juli, August 1997 – Impressionen zur Tour 1997
Aus unserm Logbuch:
1. Tag
Einige Paddelkollegen hatten bis zuletzt Zweifel ob es richtig ist in einem Bach zu fahren, der an einigen Stellen schmäler ist als unsere Canadier lang sind (4,65 bis 5,20 m). Doch die Nähe zur Einstiegstelle bei der alten Arobak Mühle und der romantisch verträumte, an beiden Seiten gut bestockte, Bachlauf durch das schöne Eferdinger Becken haben alle Zweifel schnell beseitigt. Schon nach einigen hundert Metern hatten wir mit einem querliegenden Baum unser erstes Hindernis erreicht. Mit Hilfe unsere Baumsäge (Erwin) war das Entästen jedoch kein ernsthaftes Problem. Nach einigen schweißtreibenden Wehr- u. Kleinkraftanlagen gelangten wir in den Flußlauf der Aschach zurück, durchfuhren die naturnahe Aulandschaft von Alkoven bevor wir unterhalb des KW Ottensheim in die Donau einsetzten (wg. zu geringen Wasserstandes war leider ein Befahren des Zulaufes unmöglich). Auf der Donau erfasste uns sofort ein Gefühl der Weite und Freiheit. Trotzdem tauschten wir im Gemeindegebiet von Steyregg die Donau wieder gegen ein enges Nebengerinne und bauten unser Lager bei einer Badehütte der Luftenberger Badeseen auf. Zur Verpflegung gab es ein frisch zubereitetes Putengeschnetzeltes mit Reis und den ein oder anderen verdienten Schlummertrunk.
2. Tag
Bei der Weiterfahrt im Nebengerinne mussten Daniel und Gerhard (durch jugendlichen Leichtsinn und Unterschätzung getrieben) die versäumte Morgendusche in einer oberflächlich betrachtet banalen aber insgeheim sehr heimtückischen Hahrnadelkurve nachholen. „Ich kann nur sagen es war sehr erfrischend – und der Leichtsinn wandelte sich in Ehrfurcht vor dem Element“. Danach mussten wir uns durch verklauste Brücken, vorbei an „Bindenbäumen“ und so manch kuriosen Dingen vom letzten Hochwasser kämpfen, ehe wir wieder in die Donau unterhalb des KW Wallsee-Mitterkirchen einliefen und einige Kilometer stromabwärts ein Nachtlager aufschlugen.
3. Tag
Gegen Mittag stößt unser Kollege Harald zu uns, der wegen Erkrankung nicht von Beginn an dabei sein konnte. Robert, der bislang allein die Strecke bewältigte, war im Hinblick auf die folgenden Stauräume sichtlich erleichtert. Von der Eile nicht getrieben schlugen wir nach einer ordentlichen Rast in Grein auf der Insel kurz unterhalb des Marktes unser Nachtlager auf. Bis auf die Uferbefestigung macht die Insel einen sehr naturnahen Eindruck und ist zurecht als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden.
4. Tag
Nach einem anstrengendem Stauraum des KW Ybbs konnten wir glücklicherweise eine Sportbootschleusung mitmachen. Bei der Ausfahrt aus der Schleuse sollte ein (sehr) kleines Sportboot, dass alle Aufmerksamkeit auf sich zog, mit einem perfekt gestyltem Kapitän (Ähnlichkeiten zu Toni Curtis) nicht unerwähnt bleiben. Unser Lager errichteten wir unterhalb von Ybbs beim Einlauf der Ybbs in die Donau. Bei der Zubereitung unseres Abendessens (Eintopf nach kräftiger Art) lieferte uns der Schubverband Linz ein beeindruckendes Schauspiel als er ein präzises Umkehrmanöver durchführte. Nach gelungenem Abendmahl und dem gescheiterten Versuch von Robert, in Thea flüssig Pommes zu frittieren, haben wir uns in die vielversprechende Beislszene von Ybbs aufgemacht. Unter allen Lokalen ist sicher das sogenannte Kellerbeisl (extrem steile Abstiegstreppe unmittelbar nach der Eingangstür), mit seinen rustikalem Publikum in Erinnerung geblieben, sowie der abgekürzte Heimweg über den Holzlagerplatz der bei einigen ein kribbeln verursachte als man plötzlich Hundegebell hörte.
5. Tag
Der letzt Bevor wir Ybbs verließen halfen wir einem Tiroler Pensionisten, der sich während der Kraftwerksbauzeit ansiedelte, seinen PKW aus dem Morast wieder flott zu kriegen. In Dankbarkeit erzählte er uns eine Menge an guten und weniger guten Gschichtl´n, die zwar nicht immer ganz glaubhaft aber sehr zur allgemeinen Erheiterung beitrugen (so z.b. über die sogenannten Riesenbarben in der Donau). Im Stauraum von Melk spürten wir dann sofort, dass man mit dieser steifen Prise etwas anfangen könnte. Schnell war eine Abdeckplane als Segel zur Hand und mittels Paddel als Mastersatz ließ es sich im Canadierverbund ganz tadellos segeln. In Melk angekommen gönnten wir uns nach erfolgter Verladung von Booten und Ausrüstung als Abschluss ein kollektives Cordon Bleu bevor ein wirklich heftiges Gewitter über uns hinwegzog.
Boote/Besatzungen:
Lettmann, Harald und Robert
Enterprise, Claus und Alfred G.
Koziba, Alfred F. Und Günter
Aquatilis, Daniel und Gerhard
