Große Fahrt 1996

Große Fahrt 1996 // Salzach, Inn, Donau – Oberndorf bis Aschach

Tourreport von Claus Minixhofer / Juli, August 1996  –  Impressionen zur Tour 1996

Die zweite große Flusswanderung führte uns auf den Spuren der Salzflößer entlang des Unterlaufes der Salzach und des Inns bis zur Donau nach Passau. Von dort ging die fahrt noch durch das gesamte obere Donautal bis Aschach.

Aus unserm Logbuch:
1. Tag

Die Anreise zum Ausgangspunkt erfolgte mit dem PKW, wobei uns der RV Ottensheim mit einem großen Bootsanhänger aushalf. Als Chauffeur stellte sich Christian Augustyn von Eder Motors samt Zugfahrzeug zur Verfügung. Der Spritverbrauch dieses Zugfahrzeuges war mit Sicherheit mitverantwortlich am Ausbruch der ersten Erdölkrise.

An einer relativ ruhigen Stelle der Salzach in Oberndorf bei Salzburg setzten wir also unsere schwer beladenen Kanadier ein. Mit von der Partie waren 2 neue Ruderknechte: Teddy und Thomas G.
Die Fahrt auf der Salzach forderte von uns stellenweise eine sehr vorsichtige Fahrweise. Die schwer beladenen Kanadier hatten nur wenig Freibord, waren schwer zu manövrieren und schöpften bei jeder Gelegenheit Wasser. Zudem führt die Salzach zwischen Oberndorf und der Innmündung teilweise recht unruhiges Fahrwasser. Dafür wurden wir jedoch mit einer beeindruckenden Landschaft belohnt. Aufgrund der hohen Fließgeschwindigkeit der Salzach erreichten wir noch am 1. Tag die Salzachmündung. Wir hatten über 40km zurückgelegt.

 
2. Tag

Von nun an befuhren wir den Inn. Dieser ist im Unterlauf fast durchgehend eingestaut – und diese Tatsache bekamen wir am 2. Tag zu spüren: Trotz nur sehr kurzer Ruderpausen reduzierte sich die km-Leistung erheblich. Zudem zehrte die brütende Hitze an den Getränkevorräten. Zum Glück hat ein echter Mückenstichler immer genug zu Trinken gebunkert. Das Übersetzen an den Kraftwerken wurde zum Pausieren und zur Stärkung durch ‚elektrolytische’ Getränke genutzt. Landschaftlich bieten die Innauen wenig Abwechslung. Das Lager am 2. Tag wurde direkt unterhalb der Staustufe Obernberg errichtet.

 
3. Tag

Der Morgen begann für Teddy und Thomas G. mit einer Überraschung: Teddys Hängemattenanbindung riss und er fiel auf Thomas, der sich in Ermangelung jeglicher Ausrüstung unterhalb Teddys Hängematte seinen provisorischen Schlafplatz eingerichtet hatte. Glücklicherweise blieben beide unverletzt. Die Tagesetappe führte uns bis Schärding. Nachdem wir Proviant gebunkert ruderten wir noch bis Sonnenuntergang weiter und errichteten unser Lager auf einer Landzunge, an einer vermeintlich unzugänglichen Stelle. Am Abend kam dann der ‚Schwimmgriller’ das erste Mal zum Einsatz. Später am Abend entdeckten wir, dass sich unser Lagerplatz in unmittelbarer Nähe zur Diskothek ‚Escade’ befand. Einige unerschrockene Freiwillige nutzten diese Gelegenheit und begaben sich in diese Lokalität, um die dort heimischen Menschen und deren Gebräuche besser kennenzulernen. Diese Expedition dauerte bis in den frühen Morgen….

 
4. Tag

Die Crew wurde durch den heimkehrenden Expeditionstrupp früh geweckt. An diesem Tag erreichten wir zu Mittag die 3-Flüsse Stadt Passau. Hier fiel unser Schiffsmusikus Alfred aufgrund akuter Ermüdungserscheinungen kurzfristig aus. Thomas G. war seekrank und benötigte ebenfalls eine Ruhepause. Diese Pause nutzten wir zu einem Landgang und erkundeten die Passauer Uni und die Altstadt in klassischer seemännischer Adjustierung mit kurzer Hose, Mückenstichleiberl, Schwimweste und Sandalen. Danach fuhren wir nun weiter auf der Donau. Zum Zusammenfluss von Donau und Inn sei bemerkt, dass unterhalb der Inneinmündung in Fahrwassermitte recht spontane und unangenehme Wellenbildung einsetzen kann, die unserem Boot einmal eine recht spektakuläre Schieflage (und einige Liter Wasser im Bug) verpasste. Also Vorsicht an dieser Stelle! An diesem Tag übersetzten wir noch am KW Jochenstein und richteten das Lager an einer wunderschönen Schotterbank gegenüber Engelhartszell. Da sich eine sternenklare Nacht anbahnte, wurde auf den Aufbau der Zelte und der Hängematten verzichtet und unter freiem Himmel übernachtet.

 
5. Tag

Der letzt Tag führte uns durch die Schlögener Schlinge ans heimische Ufer. Im Restaurant Donauschlinge wurde als Abschlussessen noch ein Mückenstichmenü (Putengordon + Weißbier) eingenommen und am Abend erreichten wir am KW Aschach nach 5 herrlichen Tagen das Ziel unserer Reise.

Impressionen zur Tour 1996