Große Fahrt 1998

Große Fahrt 1998 // Donau – Weltenburg bis Passau

Tourreport von Robert Gumpenberger / Juli, August 1998  –  Impressionen zur Tour 1998

Aus unserm Logbuch:
1. Tag

Nach langer Autofahrt erreichten wir Weltenburg und waren von der Donau etwas überrascht – als Oberösterreicher stellt man sich die Donau doch etwas breiter vor. Die Boote waren rasch beladen und beim Zuwasserlassen stellte sich bei manchen die Beladung als grenzwertig dar. Der Tiefgang mit Besatzung war enorm.

Sofort nach dem Start näherten wir uns dem imposanten Donaudurchbruch mit dem Kloster Weltenburg, da uns zu dieser Zeit noch nicht bekannt war, dass das Kloster einen Biergarten sein Eigen nennt und ob der frühen Stunde fuhren in flotter Naufahrt am Kloster vorbei .Der erste Tag führte uns bis Sinzing ( kurz vor Regensburg) , wo uns ein traumhafter Lagerplatz – samt jungen Einheimischen – weiblichen Geschlechts erwartete. Unter Aufsicht von Susi und Ihren Freunden bauten wir unser Lager auf und begannen mit der Essenzubereitung.

Nach bereits einem Tag auf See brachte der kurze Rock von Susi in Verbindung mit der leichten Hanglage des Lagerplatzes die gesamte Besatzung durcheinander.

 
2. Tag

Nachdem wir abends Susi beauftragt hatten uns mit frischem Gebäck zu versorgen – und Sie wieder erwarten mit den DM 10 nicht das Weite gesucht hatte- begann der Tag mit einem unerwartet üppigen Frühstück. Aus Zeitnot und nicht weil wir schon los wollten brachen wir Richtung Regensburg auf. In Regensburg besichtigten wir einen Teil der Altstadt und nutzten die Zeit zum Auffüllen der Vorräte.

Das Mittagsmahl nahmen wir in der ältesten Wurstbraterei der Stadt ein – direkt neben der weltberühmten steinernen Brücke . Gestärkt durch bayrische Bratwürste und Weißbier setzten wir die fahrt fort.

Nachmittags passierten wir das Friedensdenkmal ( WALHALLA) , einige erklommen die 1000 Stufen zum Denkmal , andere entschieden sich die Gemüsegärten der Schrebergartensiedlung zu plündern .
Abends fanden wir uns auf einer Schotterbank ein um uns für die Nacht einzurichten. Ein Wirtshaus – nahe unseres Lagerplatzes- lockte des Nachts die Besatzung zu Tisch.

Das Wirtshaus war weniger für seine gute Küche als für seine weißbuserde Kellnerin weithin bekannt .
Diese Kellnerin verfolgte uns in unseren Gesprächen noch am nächsten Tage.

 
3. Tag

Dieser Tag ist hauptsächlich von durchwachsenen Wetter geprägt – so nennen das die Bayern wenn es fast den ganzen Tag ein wenig dahin regnet und manchmal auch mal richtig schüttet . Doch wir konnten nicht klagen , wir waren alle samt perfekt ausgerüstet und dann und wann kam doch die Sonne durch.

Abends übersetzten wir beim Kraftwerk Geislingen und als wir die Boote aus dem Wasser hatten sprang uns eine idyllische Holzhütte ins Auge. Nach langwieriger Diskussion ob dies Hütte nicht zu komfortabel sei entschieden wir unser Lager in Ihr aufzuschlagen. (stellte sich im Nachhinein als sehr weise Entscheidung heraus)
Das Problem an der Hütte war , dass Sie nur einen Steher hatte an dem wir alle unsere Hängematte befestigten.
Ob dieser der Last widerstehen könne oder nicht entfachte eine hochtechnische Diskussion, doch die alte Weisheit -er muss sich ja biegen sonst würde er brechen – ließ uns nicht an ihm zweifeln.

Gerhard (der Herr der Feldküche) begann die Vorbereitung des Nachtmahls (Gegrilltes vom Schwein) .
Doch während der ersten Vorbereitung setzte ein heftiger Platzregen ein, der dem Feuer arg zusetzte.
In diesem Falle war klar der Baldachin musste her, mit vereinten Kräften wurde er aufgestellt um das Feuer und die Köche zu schützen. Der Lärmpegel war ob des Regens enorm aber dem Grillgut tat diese Entscheidung gut.
So kamen wir doch noch zu unserem wohlverdienten Abendmahl.

Am Rande sei noch zu erwähnen, dass Gerhard und Harald erneut einen erfolglosen Versuch starteten mittels einer Leine (Fischfanggerät mit einer Vielzahl von Haken) Fisch auf die Speisekarte zu bringen.

 
4. Tag

An diesem Tag setzt sich das durchwachsene Wetter fort und wir ließen es eher gemächlich angehen . Am frühen Nachmittag hörten wir aus der ferne Volksmusik und nur kurz darauf tauchte am Horizont ein Riesenrad auf – beides klare Zeichen für ein Volksfest (Dult). Lt. Karte musste es Deggendorf sein. Einige waren der Meinung wir sollten mit erhöhter Geschwindigkeit daran vorbei Fahren, Sie blieben jedoch in der Minderheit.

Als Lagerplatz drängte sich das Anwesen des örtlichen Rudervereins wahrlich auf, die Kritiker waren im Nu besänftigt , nachdem klar war, dass Sie im angrenzenden Biergarten Ihr Lager aufbauen könnten.
Der Rest der Truppe bezog die Betten im Ruderheim , der grosse Raum sollte sich frühmorgens als Umkleidekabine der Jungmädchen Ruderteams herausstellen, was uns nicht sonderlich störte.

Um den Ruderverein ein Wenig zu unterstützen tranken wir einige Runden Weißbier und machten uns dann auf den Weg zur Dult. Nach kurzer Suche fanden wir einen Tisch im Festzelt wo die Einheimischen gerade das Schulende feierten. Schon nach einigen Bieren war die Hemmschwelle mancher überschritten und wir verschafften uns Respekt durch mitgrölen von Liedern österreichischer Liedermacher.

Nachdem in Bayern die Volksfeste gegen Mitternacht enden (wir dachten immer Bayern sein ein Freistaat) machten wir uns auf den Weg ins Stadtinnere. Wir besuchten diverse Lokalitäten , wobei der Ruf dergleichen mit der Zeit abfiel, und in einem durchaus verruchten Etablissement endete. Wobei nicht vergessen werden sollte, dass 2 widerspenstige Kameraden – seien hier nicht namentlich erwähnt- diesem treiben nicht beiwohnten.

Der Nachhauseweg ins Ruderhaus stellte sich für mache ob des doch erheblichen Alkoholgenusses kompliziert dar, wobei es nicht an fehlender Kraft scheiterte sondern an der Orientierungslosigkeit. Durch eine 2-minütige Taxifahrt konnten wir dieses Problem jedoch lösen . Dies zu diesem durchaus interessanten Abend.

 
5. Tag

Dieser Tag begann für alle etwas später als normal und mit einem durchaus flauem Gefühl in der Magengegend und nicht zu unterschätzendem Kopfschmerz. Doch die Schönheit des Flusses und die Erwartung der Dinge die da kommen würde trieben uns aus den Betten in unsere Boote.

Ein weiterer durchwachsener Tag ging vorbei und die Suche nach einem Lagerplatz kam auf uns zu. Die Zeit verging und kein lauschiges Plätzchen war zu finden. Erst gegen Abend beschleunigte ein eintreffendes Unwetter samt Hagelschauer die Suche. Unter heftigem Hagel schafften wir den Weg an Land und fanden Schutz unter Bäumen bzw. unter einer Parkbank eingewickelt in eine Plane. Ringsherum fielen die Ästen von den Bäumen und nur durch ein Wunder blieben alle unverletzt, doch so mancher war dem Wahnsinn nahe.

Doch auch dieses Unwetter ging vorbei und wir machten Feuer um die Kleider zu trocknen.
Bei Whiskey on the Rocks (Eis hatten wir Dank Hagelschauer ausreichend) und einer deftigen Jause klang der Tag aus.

 
6. Tag

Nach dem anstrengenden Tag war der Weg aus den Betten beschwerlich, doch das Hupen der Straßenmeisterei -deren Weg wir mit unserem Lager versperrten- beschleunigte die Sache. Wir „belohnten“ die Herren dann indem wir Ihnen unseren Müll zur Entsorgung anvertrauten.

Der letzte Tag unserer Fahrt nahm seinen Lauf, mit weinendem Auge begannen wir die letzte Etappe Richtung Passau wo wir von unseren Familien abgeholt werden sollten. Das Kraftwerk bei Passau war die letzte Hürde auf der Rückkehr in die Zivilisation , wir nahmen es im Sturm bei heftigem Regen und trieben auf die Stadt Passau zu, wo wir bereits empfangen wurden.

Boote/Besatzungen:

Robert / Harald
Daniel / Gerhard
Claus / Alfred G.
Günther / Alfred F.

Impressionen zur Tour 1998